HM in Otterndorf...vom Winde verweht

Am gestrigen Sonntag sollte eigentlich ein schneller Halbmarathon (in Rahmen des Küstenmarathons) in Otterndorf für Natalie und mich auf dem Programm stehen...

In Otterndorf fand übrigens vor 6 Jahren die 10 km DM statt. Die Hinfahrt mit dem Zug  am Samstag von Hamburg nach Otterndorf verlief über Stade durch überwiegend flaches Land und machte Hoffnung auf einen flachen Kurs. Sogar am "Weihnachtsmann Ort" Himmelpforten ging es vorbei. In Otterndorf angekommen wurden wir auch schon am Bahnhof herzlich von Reinhard empfangen und zum Hotel gefahren. Hier durften wir zuerst gefühlte 20 "Autogramm Fanklatschen" unterschreiben. Diese wurden mit Unterschriften von allen Elite- und Promiläufern versehen und später an Schulen/Helfer verschenkt.
Dann wurde uns noch der Ablauf für den nächsten Tag präsentiert. Da das Wetter an dem Abend noch recht nett war, sind wir anschließend nochmal zum Start gegangen und haben uns das Rathaus angeguckt, wo am nächsten Morgen unsere Sachen verwahrt werden sollten. Hier haben wir dann Frau Butzke auch das erste Mal persönlich kennengelernt. Sie hatte uns auch das Hotelzimmer vermittelt und sich um die Anmeldung gekümmert. An dieser Stelle nochmals vielen Dank für Ihren Einsatz und die ganze Organisation.
Am Abend haben wir dann unser mitgebrachtes  Wettkampfessen gegessen. Die Nudelparty musste wieder einmal ohne uns stattfinden. Auf eine Reisparty würde ich gerne mal gehen, aber gegen unser Wettkampfessen mit Reis haben Nudeln nun mal keine Chance.
Das Bett im Hotel war echt super angenehm zum Schlafen. Das Hotel am Medemufer ist wirklich sehr zu empfehlen, solltet ihr mal eine Übernachtung in Otterndorf suchen.
Der Wecker klingelte dann pünktlich um 07:11, um unser ebenfalls am Vortag mitgenommenes Power-Frühstück zu verspeisen. Leider war der Geschmack dieses Mal nicht so gut. Es lag wohl daran, dass die Schüssel vor dem Schließen hätte wohl noch länger abkühlen müssen. Dieses war uns jedoch nicht möglich, denn wir waren Samstagmittag doch recht überpünktlich. Zudem hatte ich in der Eile wohl einen Löffel zu viel Kokosblütenzucker reingemacht, was jedoch auf den Lauf keine Auswirkungen hatte. Meine Menge an Essen und die Zusammenstellung war wieder optimal für den Rennverlauf gewählt.
Wir sollten Morgens schon um 9:15 im Rathaus sein, da die Veranstalter die Eliteläufer kurz vor dem Bambinilauf vorstellen wollten. Es war schon ein super Gefühl mit meiner Freundin Natalie zwischen all den kenianischen Läufern als das Landesmeisterpärchen aus Schleswig Holstein vorgestellt zu werden und das von keinem geringeren als Norbert König, dem ZDF Kommentator (seit 1988 berichtete er für das ZDF von allen Olympischen Winter- und Sommerspielen).
Mein Eiweißshaker von Begreen hat übrigens jetzt neben der Unterschrift von Jan Frodeno mit der von Norbert König eine weitere Prominente hinzubekommen.
Dann durften alle Vorgestellten noch den Kinderlauf mitlaufen, denn es war ja schließlich auch Weltkindertag und die Kinder hatten viel Spaß mit den kenianischen Läufern und uns die 400 m zu absolvieren. Dieser erste Lauf war gegen 9:45 vorbei, so dass wir mit unserem Einlaufen für unseren Start um 10:15  beginnen konnten.

Beim Start hatte es zum Glück auch aufgehört zu regnen und es kam sogar noch die Sonne raus. Den ersten Km konnte ich noch mit Thorben Dietz zusammenlaufen, der dann aber ab dem 2. Km das Tempo leicht anzog, weil er wohl nicht wollte, dass ich seinen Windschatten nutzen konnte. Die beiden ersten Kenianer waren uns dann auch schon ein ganzes Stück vorraus. Es war die ersten Kilometer echt eine flache Strecke, nur der Wind, der echt frisch von vorne kam, war schon nicht mehr für Bestzeiten geeignet. Der kleine Anstieg auf dem ersten Deichabschnitt war ok, aber das nächste Stück auf dem Deich mit Grasboden und den 10 km Läufern, die 15 Minuten vor uns gestartet waren, machten es nicht einfacher. 

Jedoch kam ich so langsam wieder an Thorben heran. Auf dem windigsten Abschnitt direkt am Wasser konnte ich wieder auf Thorben aufschließen und hinter ihm im Windschatten laufen. Den Deich bergab wollte ich wohl dann zuviel und versuchte mich von ihm zu lösen. Das misslang jedoch und Thorben konnte den Abstand zwischen uns ab dem 6. km wieder immer weiter ausbauen.

Auf dem Rückweg vom Wendepunkt (180 Grad Kurve) konnte ich gerade noch Natalie sehen, wie sie den Deich runterkam. Sie war bis dato 3 Frau. Meine 10 km Durchgangszeit war mit einer 32:18 noch recht gut. Aber ich wusste hier, dass die 2. Runde ganz allein im Wind und die beiden Deichanstiege nicht leichter werden würden. Somit verabschiedete ich mich endgültig von einer Zeit um 1:08... Der letzte Streckenabschnitt mit vollem Gegenwind am Deich und Grasuntergrund machte sich auf der Uhr mit einer 3:43 bemerkbar, denn auch ich habe einen Luftwiderstand. Die letzten 3 km mit Rückenwind hatten aber dann einiges gut gemacht (3:17, 3:16 und 3:10). Mit einer Zielzeit von 1:09:38 und etwas mehr als 1 Minute hinter Thorben und 2. Deutscher konnte ich super leben. Außerdem will ich nächste Woche in Elmshorn meinen Sieg über die 10 km wiederholen und wäre eine Bestzeit wohl kontraproduktiv gewesen.

Als Strecke für eine Bestzeit über Halbmarathon ist diese definitiv nicht geeignet. Außer man erwischt mal einen  Tag ohne Wind, der hier wohl so unwahrscheinlich ist, wie in der Sahara ein Regentag.

Nur 14 Minuten später kam auch Natalie als Gesamt 3. und auch noch mit einer Zeit von 1:24:18 unter 1:25 ins Ziel. Damit wurde sie übrigens beste Deutsche, was mit einem Sonderpreis von 200 Euro honoriert wurde. Nach dem Lauf gingen wir dann zurück zum Hotel duschen und mussten auch aus dem Zimmer auschecken, was jedoch nicht schlimm war, denn  unsere Sachen konnten wir freundlicherweise an der Rezeption hinterlassen. Beim Verlassen des Hotels zurück zum Rathaus kamen wir dann mit Thorben und seiner Freundin Annika ins Gespräch.

Thorben will in Essen (soll übrigens eine schnelle flache Stecke sein) seinen 3. Marathon laufen und Annika ist jetzt zwar gerade verletzt, aber nach ihrem Studium aus dem USA schon eine Zeit von 33 Minuten über 10 km gelaufen. Sehr cool, ein weiteres Pärchen gefunden zu haben, das übrigens auch viel gemeinsam trainieren kann.
Die Siegerehrung um 13 Uhr für die ersten drei Läufer war mit dem Rathaustreppe gut gewählt. Als Verbesserung wäre es jedoch schöner, wenn dann zumindest die drei zusammen oben stehen bleiben würden. Denn ich kann mir gut vorstellen, dass Natalie und Thorben gegen ein Foto mit zwei Kenianern nichts gehabt hätten.

Auf dem Rückweg zum Hotel tauschten wir uns noch ein wenig über gute Laufstrecken aus. Im Hotel angekommen erwartete uns noch ein leckeres Mittagessen. Das Gericht war für uns vier optimal, da dieses (Hähnchenbrust mit Reis und Gemüse) sowohl gluten- und laktosefrei war.
Die Beiden haben uns dann noch freundlicherweise zum Bahnhof gebracht. Es war ein netter Lauf und die beste und freundlichste Organisation, die wir dieses Jahr genießen durften. Wir würden uns über eine Einladung für den Lauf im nächsten Jahr wieder sehr freuen, denn zu Zweit läuft es sich einfach besser...

Euer Pascal

 

 

P.s. Am Abend waren wir dann noch auf dem PSD-Halbmarathon in Hamburg zum Zuschauen. Auch hier habe ich meinen Eiweißshaker mit einem weiteren Autogramm von  Arne Gabius vervollständigen können. Auf dem Rückweg zum Auto wurde ich übrigens von einem Läufer angesprochen, der meinte: "Ich lese deinen Blog, der macht echt Sinn. Du weißt gar nicht wie viele Tipps ich schon meinen Kollegen gegeben habe..." Solche Dinge sind ein super Feedback und freuen mich sehr, dass es etwas bringt, meine Erfahrungen öffentlich zu publizieren.