12. Sieg in Serie beim Eiderlauf ???

 

Nachdem Natalie unseren Londonbericht aus ihrer Sicht hier präsentieren durfte, bin ich jetzt wieder dran.


Es ging am Sonntag also mal wieder (zum 12. Mal) nach Büdelsdorf zum Eiderlauf. Der Wecker, der dieses mal um 7:10 klingelte und uns zur Vorbereitung unseres Power-Frühstücks in die Küche trieb, wurde dieses Mal nicht mehr gebraucht. Das lag daran, dass ich beim Eiderlauf als Helfer eingeteilt wurde (bei den Nachmeldungen für die 11,1 km). Nach unserem Frühstück machten wir uns fertig und auf nach Büdelsdorf.

Als einen meiner stärksten Konkurrenten zur Zeit hatte ich Dieter Schwarzkopf ausgemacht, aber der war  nicht gemeldet.

Er hatte in Elmshorn mit einer 32:32 eine neue PB über 10 km aufgestellt. Außerdem hatte er den Hochbrückenlauf  in Hamburg vor 2 Wochen gewonnen und ich habe gerade meine Saisonpause hinter mir.
Ich war gespannt was heute eine Woche nach dem Halbmarathon in London so ging.
Bei den Nachmeldungen war am Anfang nicht viel los und ich saß neben Fynn Gräber, der die Nachmeldungen für die 5,8 km Strecke betreute. Wir hatten Fynn dieses Jahr schon öfter getroffen z.B. bei der Citynacht in Berlin, wo er seine Bestzeit von 37:00 gelaufen ist.

Außerdem lief er bei Wettkämpfen sehr oft mit Natalie auf einer Höhe, da beide ungefähr ein Niveau sind. Aufgrund des Nieselregens glaubten wir nicht an viele Nachmeldungen. Gegen 9 Uhr kamen dann aber  noch einige laufbegeisterte Kinder und Erwachsene aus dem Umland, die sich dem Schmuddelwetter doch noch stellen wollten, hinzu. Plötzlich stand auch Dieter Schwarzkopf vor mir und wollte sich auf der 11,1 km Strecke nachmelden.
Mein spontaner Versuch, ihm die 5,8 km Strecke schmackhaft zu machen, auf der heute Micha Heidenreich (späterer Sieger über 5,8km) und Mansor Farah (2. über 5,8km der eine PB auf dieser Strecke aufstellte) gemeldet waren, halfen nichts.
Mit Dieter hatte ich nicht mehr gerechnet und ich musste mir nun überlegen, wie ich das Rennen angehen werde. Um 9:40h übergaben wir dann die Aufgabe der Nachmeldungen einem Vereinkollegen, damit wir uns  noch warmlaufen konnten.

Beim Einlaufen trafen wir Micha Heidenreich, der aus Berlin für den Lauf angereist war, aber Eltern hier in SH hat. Er wollte wissen wie stark denn seine Konkurrenten seien, da er diese Woche eine sehr anspruchsvolle Trainingswoche hinter sich hatte. Ich war der Meinung, dass er sich keine Sorgen machen brauchte.

Auch ich war selber immer noch am Grübeln, wie ich heute angehen sollte.

Zurück vom Warmlaufen, verging die Zeit doch sehr schnell, da ich an der Startlinie auch noch meine Eltern  begrüßte (was mich sehr freute, dass beide zu meinem 12. Start beim Eiderlauf trotz des des Wetters gekommen waren). Viele Zuschauer hatten sich nicht wirklich hergetraut, was wetterbedingt vielleicht auch verständlich war. Überpünktlich  (keiner weiß mehr genau, ob es nicht sogar 1 Minute zu früh war) startete der Hauptlauf um 10:15 h.
Meine Überlegungen hatten mich zu dem Schluss gebracht, das Rennen von Anfang an schnell zu machen, denn meine Geschwindigkeit war durch die Saisonpause nicht weg, nur konnte man vielleicht das hohe Tempo nicht bis 11,1 km durchhalten. Und so stand beim 1. km eine 3:02 auf der Uhr. Hier folgte Dieter mit nur einigen Metern Abstand.
Nach ca. 1,5 km kamen wir unten an der Eider an. Hier wurden die nächsten Kilometer  dann auch langsamer, was aber nicht den nachlassenden Kräften geschuldet war, sondern viel mehr den Pfützen auf dem sandigen Boden entlang der Eider. (siehe Foto)
2. Km = 3:11 und 3. = 3:14. Jetzt wurde der Abstand zu Dieter auch langsam größer und ich entschloss das Tempo so weiterzulaufen, obwohl ich nicht wusste wie lange das heute gut ging.
Kurz nach 5 km (16:00 min.)  kam dann der stärkste Anstieg des Rennens, den ich aber immer noch relativ locker hochlief. Hier habe ich auch das erste Mal das Führungsfahrrad  abhängen können. Erst kurz nach 6km hatte es mich wieder eingeholt und dann ging es auch schon wieder links ab in den Feldweg. Die Bedingungen hier waren echt besser.
Kurz vor dem Ende der langen Grade drehte ich mich noch einmal zu Dieter um, der aber jetzt schon einen sehr großen Abstand zu mir hatte (Im nachhinein stellte sich heraus, dass sein Schnürband gerissen war und er mit einem offenem Schuh laufen musste, was den späteren Abstand erklärte). Hier verlor ich das Fahrrad erneut, da es bei der S-Kurve geradeaus fuhr. Ich kam normal zurück auf die Strecke, auf der mir wie jedes Jahr die langsameren 11,1km Läufer entgegen kamen und mich anfeuerten.
Das Fahrrad sah ich dann auch bis ins Ziel nicht mehr wieder. Ab dem 9. km wurde es doch zunehmend anstrengender, jedoch waren diese Anstrengungen immer noch gut zu ertragen.
Der 10. km, der den letzten krassen Anstieg beinhaltete, wurde dann 3:23'. Den letzten Kilometer konnte ich dann wieder genießen und war dabei noch den Einen oder Anderen 5,8 km- Läufer einzusammeln,  die 5 Minuten nach uns gestartet waren. Kurz vor dem Ziel sah ich dann auch meine glücklichen Eltern, die  meinen 12. Sieg in Folge bejubelten. Zu meiner Überraschung  auch noch in der besten Zeit der letzten 12 Jahre. Also muss ich wohl mit meiner Ernähung und dem Training, obwohl ich immer älter werde, aber auch jedes Jahr besser, einiges richtig machen.


Die Zeit im Anschluss vergeht immer super schnell, wenn die Reporter (danke an Herrn Rüdiger Müller "SHZ" für das Bild) Bilder machen und Fragen beantwortet haben wollen. Danke auch an Peter Poppe, der wieder als Moderator tätig war. Er ist immer super informiert, auch wenn man dafür die Homepage einiger Top Läufer durchstöbern muss!
Als ich dann mal kurz Zeit hatte schaute ich auf die Zieluhr, die 42 Minuten anzeigte. Ich war neugierig, wer denn als erste Frau gleich ins Ziel kommen würde.  Also lief ich zur Straße und da sah ich sie auch schon.

Unfassbar, es war Natalie, die sich gegen Victoria Brandt (PB über 10km 35 Min) durchgesetzt hatte. Natalie konnte ihre Zeit zum Vorjahr auch um über eine Minute verbessern und hatte heute einfach einen super Tag, wie ich auch!
Dann wurde natürlich wieder ein "Pärchenzielfoto" für die Zeitung gemacht, mit dem wir gestern als Erstbericht auch in der Landeszeitung waren. Ein Ausführlicher Bericht erschien heute  in der Landeszeitung und in den Kieler Nachrichten.

 

Jetzt musste es ein wenig schneller gehen, denn wir wollten noch auslaufen, duschen und wir hatten angekündigt, dass wir "meine" Eiweißwaffeln (gluten- und laktosefrei) dort anbieten.
Wir mussten schließlich noch 30 Eier aufschlagen, 14 Bananen schälen, in kleine Stücke schneiden und beides mit 14 Löffeln Reiseiweisspulver zu einem Teig verrühren.
Dieses klappte zeitlich, durch die Hilfe von Natalie, aber bestens (ein Dank geht an den Inhaber vom Bioladen "Himmel und Erde" Herrn Rück, von dem wir großzügig mit Bio Bananan und Joghurts versorgt wurden  und an Julian von Be Green, der mir zusätzlich zu dem Vanilleeiweißpulver für die Waffeln, 4 Dosen für unsere Verlosung zu Verfügung gestellt hatte).
Ich selber kam fast gar nicht zum Waffel essen, da doch immer wieder Leute diese probieren wollten. Zudem lief parallel die Siegerehrung, auf der ich ja nicht nur Gesamterster wurde, sondern auch mit meiner Vereinsmannschaft den 1.Platz belegte und somit immer wieder auf die Bühne gerufen wurde. Durch das Mithelfen verging die Zeit aber auch echt schnell. Wir halfen dann noch alles wegzuräumen und abzuwaschen. Dann verabschiedeten wir uns nett von allen und bedankten uns außerdem für eine gelungen Laufveranstaltung,  die wir zum ersten Mal als Läufer und Helfer mitgemacht hatten.
Wir hatten uns gegen 15 Uhr noch mit Hans-Peter von Chiamind verabredet, der mir meine Chiasamen Vorräte wieder auffüllen sollte. Da es aber erst 14:10h war, beschlossen Natalie und ich noch am Nordostseekanal spazieren zu gehen.
Es hatte fast aufgehört zu regnen und es war sehr schön hier nochmal das Erlebte mit Natalie bereden zu können. Wir sind sogar an der längsten Bank der Welt (über 500m lang) vorbeigegangen.
Als wir dann in die Straße von Hans-Peter fuhren und gerade ausstiegen, kam uns Tim Hartmann (3. des 11,1 km Hauptlaufes) entgegen, der eine Großbestellung mitnehmen wollte, da er berufsbedingt jetzt in Nordrhein-Westfalen wohnt. Interessant war von ihm zu erfahren, dass er sich in der letzten Zeit auch immer Porridge zum Frühstück zubereitet.
In Trainingsphasen esse ich morgen gerne meine Eiweißwaffeln, die auch sehr gut satt machen. Aber ab und zu einen warmen Haferflockenporridge mit Früchten und Soja-Joghurt ist auch immer schmackhaft, wenn es morgens wieder kälter wird.


Zurückblickend liegt eine sehr erfolgreiche Saison hinter mir und das war jetzt auch mein letzter Lauf (abgesehen von der LM Cross am 13.12, ebenfalls in Büdelsdorf) diese Jahr. Dieser Lauf hat mir die Motivation gegeben, wieder richtig mit dem Training anzufangen, um mein Ziel nächstes Jahr einen Halbmarathon unter 1:07 zu laufen, zu erreichen.


Folgende Themen werde ich noch vor dem nächsten Erlebnisbericht von der LM Cross mitte Dezember posten:

 

- Ergebnisse meiner Blutwerte (Zink, Selen, Vitamin D und Ferritin)

 

- Vorstellung meiner Sponsoren für das Jahr 2016


- einen weiteren Teil aus Natalies Bachelorarbeit (Natalies BA)  über das interessante Thema  Nahrungsergänzungsmittel

 

 - einen Bericht über mein Training bis kurz vor der LM Cross in Büdelsdorf


- Vervollständigung meiner geplanten Läufe/Wettkämpfe für das Jahr 2016

 


Euer Pascal