Laufserie 2016 Drelsdorflauf Teil I & II

Teil 1 die 10 km:

 

Der erste Lauf der Laufserie begann am 10.1 mit dem 10 km Lauf. Da ich im letzten Jahr durch eine Erkältung kurz vorher überhaupt froh war laufen zu können, hatte ich für dieses Jahr somit keinen wirklichen Vergleich. Ich wollte einfach nur mal wieder wissen, was ich auf vermessenen 10 km so laufen konnte.

Die Bedingungen waren an den Tag sehr bescheiden mit 2 Grad und leichtem Regen. Ich denke gefühlt geht es nicht wirklich kälter. Ich kann mich mit solchen Bedingungen leider gar nicht anfreunden. Die Anreise und das Abholen der Startunterlagen erfolgte wieder reibungslos, da merkt man die Routine der Veranstalter von 37 Jahren Erfahrung. 

Der Startschuss erfolgte pünktlich um 10 Uhr. Ich setzte mich gleich mit Dieter Schwarzkopf vom restlichen Feld ab. Als ich den 1. km bei 3:17 durchging, war ich doch etwas erstaunt, da sich das Tempo gar nicht so langsam angefühlt hat.

Währenddessen machte Dieter mächtig Druck und ich hatte ab und zu echt Probleme dran zu bleiben, da meine Beine irgendwie heute nicht so richtig wollten. Konnte es vielleicht an den letzten 3 Wochen mit über 90 Wochenkilometer und keinen Pausentag gelegen haben?! Ich wusste es nicht.

Ich konnte mir auch diese Gedanken nicht mehr machen, da ich  bei km 4 ungefähr schon 10 Sekunden hinter Dieter zurück hing. Erst auf dem 5. km versuchte ich den Abstand wieder aufzuheben, was mir dann im Zielbereich auf dem Weg zur letzten Runde auch glückte. Jetzt lief ich direkt hinter ihm. Am Anstieg zum einzigen aber anspruchsvollen Berg der Runde konnte Dieter wieder einige Meter gutmachen. Ich bin für Berganstiege einfach zu "leicht". Die nächsten 2 km kam der Wind von der Seite und es ging leicht bergab. Hier versuchte ich nochmal alles an Tempo zu mobilisieren um erstmals im Rennen auch mit einigen Metern Vorsprung vorne zu Laufen. Einen kleinen Abstand von ca. 20 Metern konnte ich auf den restlichen Kilometern dann doch ins Ziel retten und mit einer Zeit von 32:38 mit 5 Sekunden den 1. Lauf der Laufserie für mich entscheiden.

Ein großes Lob an Dieter, der eine Spitzenleistung und immer wieder kluge Attacken gesetzt hat. Die Zeit war zwar zum Vorjahr eine Minute besser, aber war seit langen mal wieder keine 31iger Zeit, was mich doch ein wenig stutzig machte. Denn wenn ich in 2 Wochen die 15 km im selben Schnitt laufen würde, dann würde ich meine super Zeit aus dem letzten Jahr von 48:21 um 30 Sekunden verfehlen...

 

Das es aber auch möglich ist, bei solchen Bedingungen und einer Strecke mit 50 Höhenmetern Bestzeit zu laufen, zeigte Natalie. Sie lief das erste Mal in ihrem Leben unter 37 Minuten, hat jetzt schon eine PB in 2016 mit 36:59 aufgestellt und führt damit natürlich die aktuelle SH Bestenliste an.

 

Teil 2 die 15  km:

 

Heute am 24.01 stand der 15 km Lauf an. Ich hatte in der letzten Woche mein Training um einiges reduziert und hatte mir 2 Pausentage verschrieben. Hiermit wollte ich ausschließen, nicht wirklich erholt an den Start zu gehen. Meine Vermutung war, dass ich mein Training vor dem 1. Lauf nicht wirklich verarbeitet hatte und deshalb "nur" eine 32er Zeit herausgekommen war.

 

Ich hatte dieses Mal wieder alle meine Rituale eifrig eingehalten. Pünktlich gegen kurz vor 7 habe ich mein selbst angesetztes Chiasagel mit dem Saft aus einer Rotenbetepackung aufgegessen, währenddessen mein Power-Frühstück zubereitet und dieses Mal genau 3 Stunden vorher (160 g mit 480 ml Hirsemilch aufgekocht) gegessen. Ab und zu ein paar Schlucke Wasser mit einer Magnesiumtablette. Ich war also was die Energie anging bestens versorgt.

Wir waren bei diesen Lauf auch das erste Auto auf dem Parkplatz gewesen. Natalie und ich gucken uns an und meinten beide: " Der Lauf ist doch dieses Wochenende?" Als wir dann in den Raum zur Startnummernausgabe kamen, beruhigte uns der Anblick der freundlichen Ausrichter, die mir schon meine  Startnummer 1 ohne Aufforderung übergaben. Sowas ist echt schön. Als wir dann auch die ersten in der Sporthalle waren hatten wir noch über eine Stunde bis zum Start. Die Zeit wurde aber durch interessante Gespräche mit Läufern schön überbrückt, so dass wir für Natalies Verhältnisse recht spät, uns erst eine halbe Stunde später 3 km einliefen. 

Die 3 Sprints über 100 m passten dann aber dennoch rein, ohne uns hetzen zu müssen.

Der Start war dann  wieder pünktlich um 10 Uhr und ich konnte den Startschuss kaum abwarten. Dann ging es los. Den 1. Kilometer liefen Dieter und ich in 3:04 was beachtlich war, da wir vor 2 Wochen noch 15 Sekunden langsamer angegangen waren. Zudem beinhaltet dieser Kilometer den steilsten Berg.

 

Der 2. km war dann eine 3:03. Hier ging es dann aber auch nur leicht bergab. Erst nach km 3 hatte ich einen kleinen Vorsprung auf Dieter aufbauen können. Der 4. km ging wieder leicht bergauf, was ich auch an den Zeiten 3:17 merkte. Es wurde anstrengender, aber nicht überanstrengend. Bei 5 km ging ich dann mit einer 15:47 durch, was ich aber gar nicht wahrnahm. Der nächste km war dann wieder mit dem Berg versehen, aber im Anschluss auch wieder mit der Bergab-Passage die mit 3:03 auch wieder top war. Die km vergingen hier nicht so schnell, da ich alles alleine lief. Kurz vor der 3. Runde konnte ich mich nochmal pushen, um eine gute Zwischenzeit bei 10 km zu erhalten. Als ich die Anzeige auf der Uhr sah (31:37 dieses war 1 Minute schneller als vor 2 Wochen) fiel mir ein kleiner Stein von Herzen. Es gab mir auf alle Fälle einen richtigen Motivationsschub, da ich mit meiner Ernährung und dem Training wohl alles richtig gemacht hatte. Vor 2 Wochen hatte ich echt an einigen Dingen gezweifelt, wurde von Natalie aber wieder gut aufgebaut. Dankeschön noch dafür. Die letzten 5 km waren durch die aufgelaufenden Läufer jetzt wieder kurzweiliger und sehr schön von einigen der Läufer noch angefeuert zu werden.

Der km bergab war wieder eine 3:04, also an Geschwindigkeit habe bis 12 km nicht eingebüßt, was mich überraschte. Bei km 14 guckte ich dann nochmal auf die Uhr um zu sehen, ob dann eine 48iger Zeit möglich war. Die Zeit von 43 Minuten bestätige mich darin, heute wohl eine 47 Minuten laufen zu können. Den letzten km gab ich nochmal alles, was bei dem Anstieg nicht mehr easy war. Überglücklich und mit einem Freudenschrei lief ich mit 47:41 eine neue persönliche Bestzeit und fast 40 Sekunden schneller als in 2015.

 

Was habe ich aus diesen beiden Läufen gelernt:

 

1. Lass dich nicht entmutigen, wenn es mal nicht läuft, du aber gut trainiert hast. Gönne dir einfach mal Pausen und geringere Umfänge, wenn du den Lauf ernst bestreiten willst. Ein Pausentag vor einem Wettkampf reicht da nicht. Aus dem Training heraus super Zeiten zu erwarten geht nicht...

 

2. Behalte deine Rituale bei, wenn du Wettkämpfe ernst bestreiten willst. Die Einstellung wie du in den Lauf gehst, korreliert mit deinen Laufzeiten...

 

3. Reflektiere dein Training und vergleiche es mit dem aus dem Vorjahr.  Das sollte Selbstvertrauen geben...

 

4. Kompressions Quad Sleeves für die Oberschenkel, die ich täglich auf der Arbeite in meiner sitzenden Tätigkeit trage, machen dich nicht langsamer. Genauso wenig wie ein mögliches zuviel an Eiweiß.

 

5. Nutze Läufe, die mal nicht so Laufen als Motivation "jetzt erst recht".  Aber erst nachdem du dich wieder ausgeruht hast...

 

6. Wenn ein Lauf mal so gut lief wie mein 15 km Lauf, dann gönne deinem Körper mal einen Pausentag und lass dich nicht von deinen Endorphinen verleiten sofort weiterzutrainieren. Gleiches gilt übrigens wenn man mal 2 richtig starke Trainingstage durchgezogen hat, nicht übertreiben und dem Körper zeit für die Anpassungen durch einen Pausentag geben. 

 

 

 

P.S.

 

Ein großes Lob an Dieter, für ein weiteres mutiges Rennen. Er hat in dem Rennen eine inoffizielle Bestzeit über 10 km aufgestellt. 

 

Der Sieg der Laufserie wird wohl beim letzten Lauf, trotz meines Vorsprungs, an Dieter gehen. Ich habe mir überlegt und die Entscheidung fiel mir nicht schwer, Natalie Tempo für den Halbmarathon zu machen. Sie ist zur Zeit so gut drauf, da muss man diese Chance auf eine richtig gute Zeit einfach versuchen. Ich werde alles dafür geben, ihr die besten Bedingungen (was Windschatten und Versorgung angeht) zu bieten. Hoffe, es werden sich einige Läufer unserem Plan anschließen.

 

Vielleicht kann ich ja Natalie dazu bekommen über den Halbmarathon hier letztmalig einen Bericht zu schreiben. Im Februar will sich Natalie nämlich (in ihren Semesterferien) gerne um den weiteren Aufbau ihrer eigenen Homepage kümmern. Sie wird euch dann berichten, wie und was sie in den letzten Monaten für diese Leitungen gemacht hat. Ich denke es gibt einige Läufer, die das sehr interessieren könnte. 

 

 

Euer Pascal