Operation HM Sub67 geglückt! Neue Ziele

Die Monate und Tage davor

 

Gestern stand mein Saisonhöhepunkt des Frühjahrs an. Es sollte beim Berliner Halbmarathon meine fast vor genau einem Jahr ausgerufene Mission „Operation HM unter 1:07“ erfüllt werden. Das Training der letzten Monate lief eigentlich ganz gut. Meine Kilometer Schnitte waren viel besser als letztes Jahr, obwohl ich weniger Gesamtkilometer auf der Uhr hatte. (meinen Trainingsplan von 10.2-05.4.16 stelle ich unter Trainingspläne die nächsten Tage online) 

Deshalb war ich natürlich mit meiner Zeit aus Leverkusen in 30:35 sehr zufrieden und das bestärkte mich darin, mein Ziel Sub67 zu erreichen. Mein 30 km Lauf einige Tage später war jedoch wohl dann doch ein paar Kilometer zu lang gewesen und zu schnell. Ich hatte danach immer leichte Kniebeschwerden, die zwar besser wurden, aber es standen auch noch einige wichtige Trainingseinheiten an. Der 20 Km TDL als Vergleich (10 Tage vorher) zum letzten Jahr lief dann zum Glück erstaunlich gut, zeigte mir die Schmerzen im Knie aber auch wieder an. Auch mein Unterschenkelmuskel musste täglich massiert werden (danke Natalie), damit dieser besser wurde. In der  letzten Woche, in der ich mir extra Urlaub genommen hatte, drückte es hier und dort. Ich hatte mir mit meiner Homepage, den Ansagen und dem Tippspiel ja auch einiges an Druck gemacht. 

Am Freitag morgen, nach den letzten 7 km, ging es dann spürbar ruhiger in mir zu. Das lag vielleicht daran, dass ich wusste jetzt keinen Einfluss mehr auf meine Form zu haben und reichlich Kohlenhydrate machen vielleicht auch glücklich. Das Wichtigste vor einem Halbmarathon ist  das „Ruhigermachen“ vorher. Ich kann nicht verstehen, wie manche sich noch in der Woche vorher 1 km oder 3, 4 km Tempoläufe reinziehen können und dann mit ihren Ergebnissen nicht zufrieden sind. Was vielleicht noch geht sind Mittwoch 10 x 200m. Monate langes Training für die Katz, weil man die letzte Woche nicht ruhig machen kann...!

 

Der Tag davor

 

Morgens machten wir uns erstmal einen leckeren Porridge mit Birne, super wenn man seine mobile Induktionsplatte samt Topf dabei hat. Danach gingen wir auf einen kleinen Spaziergang um den Berlin Zoo, wo wir uns im Azimut Hotel eingebucht hatten.  

Samstagmittag wollte Natalie mit Victoria und Volker im Mommsenstadion 1000er machen, somit ging ich mit und durfte zugucken und staunen, wie der 100m Sprinter Lukas Jakubczyk (DM 2012) seine Sprinteinheiten durchzog, als die drei sich im Wald 4 km einlaufen waren. 

Der macht nicht viel, aber das dann sehr schnell und macht dann auch noch Sprünge mit Gewichtschuhen über 4 hintereinander aufgestellte Hürden. 

 

Als die Drei dann mit den ersten 1000er begannen, kam in mir auch langsam das Gefühl hoch, wieder schnell laufen zu wollen. Die Vorfreude auf morgen war also da. Ich aß zwischendurch noch eine Kugel rote Bete und einige in Magnesiumwasser aufgelöste Haferflocken. Ich trug übrigens- wie auch schon am Freitag- den ganzen Tag meine Kompression Quad Sleeves und  Calf Sleeves. Ich hatte das Gefühl das es dem Unterschenkel und dem Knie gut tat. 

Nach der Einheit fuhren wir kurz ins Hotel und dann gleich weiter auf die Messe. Hier wollten wir Ramona abholen. Wir hatten ihr versprochen mit ihr unser Wettkampfessen zu essen und hatten sie wegen des netten Artikels auf ihrer Page über uns dazu eingeladen.  Da sie, als wir ankamen noch mit Philipp Pfliegers Interview nicht ganz fertig war, haben wir uns einfach dazu gesetzt. Philipp begrüßte uns sofort persönlich. Wie schon bei der Citynacht Berlin ein echt super sympathischer Läufer, der den Marathon in Rio mehr als verdient hätte. Nach einer kurzen Runde im Anschluss über die Messe fuhren wir gegen 15:45 ins Cha Chã, um mein geliebtes gelbes Gemüse Curry mit Reis zu essen. Dieses hatte ich vor Leverkusen auch so gemacht und das lief ja bekanntlich gut. 

Als wir wieder im Hotel angekommen sind, machte ich mir für später noch etwas Milchreis mit Hirsemilch, auch dieses habe ich in Leverkusen bei meiner PB so gemacht. Wir wollten noch einen kurzen Spaziergang zum Interkontinental Hotel machen, wo die Eliteläufer untergebracht und man sich seine Startunterlagen abholen konnte, was ich schon am Freitag gemacht hatte. Wir dachten uns, dass es schlauer wäre, Natalies Unterlagen auch abzuholen, was ihr erlauben sollte am Sonntag in den Elitebereich  mit rein zu kommen. Als wir im Hotel ankamen, holte sich vor uns gerade Hendrik Pfeiffer (PB HM 63:40) seine Unterlagen ab, wobei auch das Titelbild entstanden ist. Ich traue ihm als Einzigen noch zu, ein Ticket für den Marathon in Rio zu lösen, sollte das nicht klappen, hat es Julian Flügel aber auch mehr als verdient und Hendrik ist mit seinen 23 eigentlich noch zu jung für Marathon. Zurück im Hotel aß ich meinen Milchreis mit ordentlich Zimt und machten uns so langsam bettfertig. 

 

Der Morgen  

 

Der Wecker sollte gegen 6:45 klingeln, ich wurde aber aufgrund der Vögel draußen schon einige Minuten früher wach. Ich bereitete mir dann schon mal mein Power-Frühstück (P-F) vor. Heute in der originalen Zusammenstellung, wie damals bei meinem Halbmarathon in Husum. Darauf hatte ich mich schon richtig gefreut, denn heute Morgen gab es nach einer Woche auch keine rote Bete mehr, sondern nur mein P-F, das war aber auch gut so. Die Beine fühlten sich gut an und vom Knie und Unterschenkel war nichts zu merken. 

Wir machten uns gegen 08:25 vom Zoo mit der S-Bahn Richtung Alexanderplatz auf. In der Bahn saßen und standen viele Läufer, die alle in Gedanken waren, was sie heute wohl erwartet. Ich konnte mich dem nur anschließen. Am Start angekommen konnte ich meine Sachen gleich im Elitezelt abgeben und mich 4 km einlaufen gehen. Es fühlte sich ok, aber nicht richtig easy an. Die Sprints liefen dann schon besser. Noch 5 Minuten hieß es dann und hier mal eine andere Variante meinen PB Lauf zu kommentieren:

 

 

21 Sätze/Kilometer bis ins Ziel meines Halbmarathons mit PB

 

1. Im Elitefeld zu starten hat echt sehr viele Vorteile, vor allen kommt man schnell zum Start und von da auch am Anfang weg.

 

2. Ohh man die Elite geht aber ganz schön ab, hoffe die wissen das es noch 20 km sind und wir Rückenwind haben. 

 

3. Eine kleine Gruppe angelaufen, sogar mit einem Kenianer als Pacemaker dabei, mit der kann ich recht gut mitlaufen. 

 

4. Ich höre das erste Mal meinen Namen in Berlin, irgendwie cool.

 

5. Der Pacemaker war wohl nicht für unser Tempo eingestellt worden, die erhöhen auf einmal das Tempo, schade. 

 

6. Die Stimmung am Rand ist ja echt gut und wer braucht hier eigentlich schon Wasser, der Abschnitt ist mir zu still. 

 

7. Einfach auf der grünen Idealline laufen, dann läuft man zumindest nicht zu viele km.

 

8. Geht aber ganz schön lange geradeaus, irgendwie einfach, einfach nur weiterlaufen.

 

9. Sauber die Schnitte sind ja alle unter 3:10/km läuft ja ganz gut, was folgt eigentlich noch auf Rückenwind? 

 

10. Ohh 31:14 bei 10km ist vielleicht ein wenig zu schnell gewesen. 

 

11. Jetzt aufhören wäre dumm, müsste dann die gleiche Strecke zurückgehen und ein Tippspiel im Vorwege auf meine Zielzeit baut ja ganz schön Druck auf.

 

12. Das erste Mal ein wenig Seitenstechen, einfach mehr ausatmen als ein, klappt. 

 

13. Warum nicht mal die Leute um mich herum als Pacemaker nutzen, einfach mal einen km hineinhängen und nur auf die Beine des Vordermannes gucken, super.

 

14. Für 15 km hatte ich meine min. Durchgangszeit für eine Sub67 an meiner Uhr mit einem Zettel notiert, mal gucken wie viel ich gleich noch gut habe.

 

15. 47:18, meine PB 15km innerhalb des Halbmarathon aufgestellt und noch 20 Sekunden Puffer, die können aber schnell weg sein.

 

16. Warum zeigt meine Uhr eigentlich die km immer etwas später als die km Schilder an und wenn wir Läufer einsammeln können, müssen wir ja nicht viel langsamer werden.

 

17. Auch wenn Zuschauer rufen; „Es sind nur noch 4 km!“ motiviert das nicht wirklich.

 

18. Bald ist doch Marathon bei uns in Hamburg, so was Verrücktes werde ich nie mitmachen, Schnitt laut Uhr 3:23, nicht so viel nachdenken, lieber laufen, sonst wird das verdammt knapp.

 

19. Wo kommen denn auf einmal die Hügel und Brücken her, wieso läuft man die Strecke nicht nächstes Mal einfach andersherum, ging es nicht hier rechts rein zum Ziel? 

 

20. Jetzt werde ich von einigen Läufern meiner Gruppe überholt, das ist also der Dank für ab und zu Tempoarbeit und vielleicht bringt es doch für den Schluss etwas mehr als 72 km durchschnittlich die Woche zu trainieren. 

 

21. Beine können sehr schwer werden, obwohl man als Läufer viel Energie verbrennt und Wasser verlieren soll. 

 

21,1 Das Gefühl danach, sich kurz hinter der Zielline auf den Boden hinzulegen und die Glücksgefühle (das „Runner‘s High“) kommen zu lassen ist die Anstrengung definitiv wert, denn ich bin die langen 21 Berliner km immerhin mit 18,94 km/h gelaufen. 

 

PB 66:52 Operation Sub67 erfüllt!

 

 

Was ich aus meiner „Operation Sub67“ gelernt habe:

 

- ohne Natalie kennengelernt zu haben wäre dieses nicht passiert

- auch Selbstzweifel gehören mal dazu, habe dann aber meine Natalie <3

- verfolge langfristige Ziele und keine zu krassen Steigerungen im Trainingsumfang

- Ein Tippspiel und eine Mission auf deiner Homepage kann motivieren,  baut aber auch ganz schön          Druck auf

- Wenn du ohne ein Energieloch den Halbmarathon laufen willst, hilft viel Training oder eine eiweiß-           und fettreiche (also kohlenhydratarme/ zuckerfreie) Ernährung. Wer beides kombiniert läuft damit          deutschen Rekord und heißt Arne Gabius.

- wenn ein Training nach einem guten Lauf mal nicht so läuft, heißt das nicht, dass du schlechter              geworden bist, der Körper passt sich nur gerade an. Denn es motiviert nicht gerade Km Schnitte im         Training nicht zu schaffen, die man im Wettkampf vorher 10 x hintereinander laufen konnte

- Die letzte Woche vor einem Halbmarathon ruhig gestalten, alle intensiven Einheiten der Woche                richten mehr Schaden an, als dass sie einen schneller machen können

- Ja, es gibt Superfoods, aber die heimischen Superfoods heißen Leinsamen, Birne, Rote Bete,                   Tomaten und Pfirsich und bringen genauso viel und sind sogar noch kostengünstiger, weniger                 belastet und nicht mühsam um die Welt transportiert worden

- Schlaf ist wichtiger als man denkt, man bekommt nach so einem Lauf aber nicht viel davon, also             nehmt euch deshalb gleich den nächsten Tag Urlaub

- wenn du Rituale hast und es gut läuft, kommt man ganz schwer davon los, auch wenn das eine               Menge mehr Arbeit/Organisation bedeutet. 

- Qualität statt Quantität ist die neue Trainingsrichtung im Laufsport

 

Danke an meine Familie

 

Danke an meine Familie (Mama, Paps und Sarah) und besonders an meine kleinste Schwester Nadine, die immer sofort meine Ergebnisse persönlich wissen möchte, ich aber manchmal so schell gar nicht liefern kann... ;) Danke euch für die Unterstützung, das Mitfiebern und das Daumendrücken gestern.

 

Danke an meine Freundin

 

Danke Natalie, dass du mit mir diesen Weg schon 3 Jahre gegangen bist und lass uns zusammen noch weiter gehen (laufen) und neue Grenzen und Ziele suchen, die wir beide vor 3 Jahren nicht für möglich gehalten hatten. Marathon überlassen wir einfach anderen und gucken gemeinsam dort nur zu.

 

 

Danke an meine Sponsoren

 

Ohne alle vier, wäre diese Leistung definitiv nicht möglich gewesen: (alphabetisch sortiert)

 

Danke an den Cereal Club mit dem ich als „hochgezüchtetes Rennpferd“ ausreichend mit glutenfreien Hafer versorgt worden bin und sogar spontan noch einige gefriergetrocknete Bananenscheiben für mein Power-Frühstück organisieren konnte. 

 

Danke an das cha Chã Hamburg für die großzügige Unterstützung mit Gutscheinen für unsere Wettkämpfe 2016. Mit eurem Essen laufen wir von Bestzeit zu Bestzeit, verrückt.  

 

Danke Pharma Nord, das ich mit euren wirksamen Nahrungsergänzungsmitteln so gut über den Winter gekommen bin und keinen Tag erkältungsbedingt pausieren musste. 

Euer Magnesium ist überragend wirksam und vor Allem muss man nur 2 Tabletten (2 Gramm) täglich nehmen, um die Tagesdosis zu erreichen. Von Magnesium Citrat  müsste man  (wegen der geringen Dichte von Citrat) über 5 Gramm einnehmen, um die gleiche Menge Magnesium aufzunehmen.

Das wissen viele Läufer nicht und nehmen deshalb zu wenig Magnesium zu sich. 

 

Meine Gedanken zum Laufen

 

Ich bin kein Profi und darf deshalb jetzt auch mal 2 Tage lauffrei machen und die nächsten Tage ruhiger angehen lassen. Ich habe jetzt keinen Druck mehr und freue mich Morgen wieder zu Arbeit gehen zu dürfen. Denn wenn immer alles so klappt, wäre Laufen echt ein netter „Beruf“, wenn aber nicht kommen einem doch ganz schnell finanzielle und mentale Probleme in die Quere. Deshalb bin ich froh, mein Geld anderweitig zu verdienen und als Hobbyläufer auf den Straßen in Deutschland, in meiner Freizeit, laufend unterwegs sein zu dürfen. Bis vielleicht nächstes Jahr in Berlin. 

 

Jetzt im April erfolgt erstmal eine ruhigere Phase, bis es dann im Mai mit einigen Wettkämpfen wieder zur Sache gehen wird. Angefangen mit der LM 10 km am 1.5 in Kaltenkirchen. 

 

Neue Pläne für 2017

 

Auch 2017 möchte ich mich natürlich weiter steigern und werde mir das Ziel Sub30 setzen, was ich vielleicht nicht ganz erreichen werde, aber seit ich Natalie kennengelernt habe, habe ich meine 10 km PB kontinuierlich um 2 Minuten verbessert, warum sollen nicht noch einige Sekunden mehr drin sein….

 

 

euer 

 

Pascal