Mein geheimer nächtlicher Roadtrip für einen 10km Lauf nach Bremen

Ich hatte vor einigen Monaten zufällig davon gelesen, was es dieses Jahr für die Stadtlaufmeister der Sportscheck Läufe zu Gewinnen gab:

 

Gewinn für den Stadtlaufsieger

 

Es gibt nämlich einen 4 tägigen Aufenthalt im Hotel mit Halbpension, Freistart für den Halbmarathon und kostenlosen Anreise bis München. Ab dort dann eine gemeinsame Weiterreise mit allen anderen Gewinnern im Bmw bis zum Gardasee (Trentino).

 

Warum geheim?

 

Ich wollte diesen Lauf extra nicht bekannt geben, weil ich befürchtete ich würde mir sonst selber Konkurrenz machen. Zudem habe ich Bremen ausgewählt, da es eine kurze Anfahrt von Hamburg ist, in den letzten Jahren immer "nur" mittlere 33 Zeiten gelaufen wurden und es einer der ersten Läufe war. Ich kann mir vorstellen, wenn sich der Preis so langsam rum spricht, dass dann einige schnelle Läufer auf die Idee kommen die Sportscheck-Läufe mitzumachen und dann wird es gegen ende des Jahres immer enger einen Sieg nach Hause zu laufen.

 

Früher wurde dieser Preis übrigens immer unter alles Gewinnern verlost, jedoch nicht offiziell. Von daher kam einem das immer so vor, als wenn dort nur ausgewählte Läufer (sehr oft auch Asics Frontrunner) eingeladen/gezogen wurden. Heute lag ich es jedoch in meiner Hand (meinem Fuß) mir ein Ticket für das Wochenende zu erlaufen. 

 

der Freitagmorgen 

 

Es begann leider mit einem frühen aufstehen gegen 7:00 Uhr, da heute ja noch ein Wochentag war. Mittags machte ich mir mein Wettkampfessen warm, was ich mir vom letzten Mal eingefrorenen mitgenommen hatte. Gegen 15 Uhr kam Natalie mit dem Zug an deshalb machte ich auch etwas früher Schluss und ging gemeinsam mit ihr nach Hause.  Hier bereitete ich mir dann noch mein späteres Power-Frühstück zu, welches ich dieses Mal aber erst gegen 19 Uhr essen wollte (genau 3 Stunden vor dem Start). Gegen 17 Uhr 30 machten wir uns auf nach Bremen.  

 

Ankunft in Bremen

 

Die Fahrt bis nach Bremen verlief viel schneller als erwartet, obwohl ich nur 110 gefahren bin. Unterwegs hielt ich gegen 19 Uhr kurz an um unser Power-Frühstück zu essen. So spät habe ich übrigens noch nie Frühstücken müssen.

Wir waren recht früh, was sich aber als Vorteilhaft herausstellen sollte,  da wir einen super Parkplatz nur 250 Meter vom Startbereich bekamen. Hier war zwar bis 20 Uhr eingeschränktes Halteverbot, aber das Risiko gingen wir ein, als wir 19:45 aus dem Auto stiegen. 

Dort angekommen holten wir erstmal  unsere Startunterlagen ab. Natalie hatte übrigens noch eine super Möglichkeit gefunden nicht auf die Dixis gehen zu müssen. Genau gegenüber selbiger ist die Kontorhaus Passage, die unten super Klos zur Verfügung hat und die sogar bis 22 Uhr geöffnet waren. 

Die Wetterbedingungen bei der Ankunft waren echt top. 15 Grad und nur leichter Wind. Auch die Atmosphäre eines Nachtlaufs ist für mich immer etwas besonderes. Beim Einlaufen fing es leicht an zu niesel, welcher jedoch immer weiter zunehmen sollte.

Ich stand nun an der Startlinie und war bereit. Es regnete jetzt etwas stärker, aber jetzt war es auch egal. Noch eine Minute und ich versank nochmal kurz in Gedanken: "Was man bei fremden Events nämlich nie weiß, wie gehen die Läufer an und wer ist wirklich schnell. Man kennt hier die lokalen "Größen" nicht und orientiert sich dann schon mal an speziellen leichten  Wettkampfschuhen um mögliche Konkurrenten im Vorwege zu erkennen. Am T-Shirt konnte ich nämlich heute nichts ablesen, denn mit dem Sportscheck Shirt liefen heute ja alle herum."

 

der Lauf 

 

Der Countdown holte mich aus meinen Gedanken zurück an den Start und dann ging es auch schon los. Der lokale Läufer Sebastian drückte die ersten hundert Meter richtig aufs Tempo. Ich arbeitete mich langsam an ihn ran und übernahm dann die Führung. Der leichte Regen kühlte schön und ich war viel leichtfüssiger/hatte eine ruhigere Atmung,  als noch in Niebüll vor 2 Wochen im "Hochsommer". Ich wollte das Ding heute auf jeden Fall gewinnen und versuchte mit leichten Tempoverschärfungen bei Anstiegen und Bergab, einige  Meter gut zu machen. So richtig gelang mir es dann erst ab 3 km. Hier konnte ich den Abstand immer weiter ausbauen. Sicher war ich mir aber dennoch nicht.

Die ersten 5 km ging ich mit einer 15:25 durch, was sogar 5 sec. besser war, als der erste Läufer vor einer Stunde über die 5 km. Kurz vor der Zielgeraden musste man sogar noch  eine Treppe hinauf laufen (also so was habe ich ja noch nie erlebt).

Schnell ist die Strecke bestimmt nicht und wohl 200 Meter zu kurz. Auf der zweiten Runde, bei ca. 7 km, hatte ich die ersten Läufer eingeholt, die mich sehr sportlich anfeuerten.

Der letzte km war dann nochmal anstrengend, da der Verkehr auf der Stecke größer wurde und die Treppe erneut hoch zulaufen war, wo es sich jetzt staute und selbst der Fahrradfahren mir nicht mehr helfen konnte. Dann war es aber so weit die letzten hundert Meter lagen vor mir, vorbei an meinem Auto auf dem super Parkplatz ab ins Ziel.

 

Jetzt fiel doch so einige Anspannung ab und ich freute mich einfach nur mega mir die Reise nach Trentino erlaufen zu haben. Im Ziel wurde ich auch gleich von Philipp (ein Bremer Läufer/ heute jedoch nur Zuschauer und bei der Strecke weiß man auch wieso) mit meinem Instagram Namen angesprochen. Ich finde es cool, hervorgerufen durch soziale Medien, sich dann im echten Leben zu begegnen/ zuerkennen. Großes Lob auch an den zweiten Sebastian Kohlwes, dem Lokalmatador, der seine Zeit aus dem letzten Jahr um über 1 Minute und 50 Sekunden verbessert hat. 

 

super Event

 

Es war wieder ein super organisiertes "Nightevent", von der kurvigen Strecke und den Treppen mal abgesehen, welche jedoch seinen Preis (29 Euro) hat. Auch wenn Sportscheck einige Sponsoren zur Verfügung hat,  die T-Shirts die bei jedem Lauf als Startberechtigung dienen, haben natürlich einen Preis. Denn eines darf gerne festgehalten werden, die Shirts sind sehr funktionell und von guter Qualität. Hier wurde am Preis mal nicht gespart. Wir hatten heute echt einige Male echt Glück und das soll man nicht immer als selbstverständlich ansehen. Über diesen reibungslosen Geheimtrip bin ich schon sehr dankbar. Natalie hat den Lauf und die Reise übrigens auch gewonnen. Wie es dazu kam erfahrt ihr bald auf ihrer Homepage. 

 

meine weitere Planung

 

Am Sonntag werde ich jetzt noch die LM 5.000m mitlaufen, was eher dafür gedacht war mich mal wieder richtig quälen zu müssen. Außerdem möchte ich die junge Hamburger Elite ein wenig ärgern. Mal gucken ob mir das nach dem Lauf gestern gelingt.

 

Nächste Woche Samstag steht dann endlich wieder ein Teamwettbewerb auf dem Programm. Beim Lauf zwischen den Meeren (von Husum nach Damp) bei dem wir als Titelverteidiger an den Start gehen, gilt es auch dieses Jahr die Bayern aus Ostheim und das Mauritz Raceteam in Schach zu halten und vor allen anderen Teams erneut als 1. in Damp anzukommen...

 

 

Euer

 

Pascal

 

 

p.s. Rechtschreibfehler bitte ignorieren ;)