Eine 10 km DM im Nachbarbundesland

 

Ich lasse jetzt auch mal wieder was von mir hören. Mir persönlich gefällt es nicht nur die besten Einheiten eines Trainings zu posten, deshalb habe ich es bei Instagram ganz weggelassen. Am Sonntag fanden also die Deutschen Meisterschaften über 10 km in unserem Nachbarbundesland Hamburg statt. 

 

Freitag

 

Die erste Vorbereitung auf den Lauf begannen Natalie und ich am Freitag Nachmittag bei einem ersten Zwischenstopp in Hamburg im Cha chá zum Carboloading. Nach einer reichhaltigen Stärkung ging es weiter in den Center Parc nach Bispingen. Dort wollten wir das komplette Wochenende verbringen. Die abendliche "Badeeinheit" und die späteren 25 Minuten auf den Infrarotliegen im Aqua-Mundo taten uns gut.

 

Samstag

 

Der Morgen begann mit einem Frühstück und einer kleinen Spaziergehrunde von ca. 3-4 Kilometern. Natalie wollte gegen Mittag dann noch eine kleine Runde laufen gehen, ich bestand jedoch auf meinen obligatorischen Pausetag und sonnte mich die 20 Minuten auf der Terasse.

Die spätere zweite "Badeeinheit" im Aqua-Mundo an dem Wochenende ließen meine Beine langsam immer besser werden. Die letzten 2,5 Wochen waren nämlich echt nicht leicht für meine Verhältnisse gewesen.

Abends hatte Ramona (alias die Rasende Reporterin)  einen Tisch im Cha chá für einige der besten Läufer und Freunde reserviert und so alle "zusammengetrieben". Ein Vorteil, wenn man als Reporterin viele Spitzenläufer gut kennt.

Ich selber verzichte auf ungekochtes Essen am Vortag, da ich ein eventuelles Risiko (auch wenn es sehr gering ist) einfach vermeiden will (Salat, Sushi usw.). Für mich gibt es im Cha Chá immer das gelbe Gemüsecurry mit Reis, welches nur leicht scharf ist.

Es war eine nette Runde in der sich läuferisch rege ausgetauscht wurde und einige spannende Geschichten erzählt wurden. In der Unterkunft abends wieder angekommen, gab es dann noch eine vorher zubereitete Schüssel Milchreis in Soja-Vanille-Milch mit ordendlich Cylon-Zimt.

 

Sonntag früh

 

Der Sonntag begann pünklich um 6:55 mit meinem Power-Frühstück. Hier muss ich leider nochmal etwas ausschweifen, da ich nach dem Lauf von einigen Läufern mitbekommen habe, dass diese Magenprobleme vom Frühstück hatten. Das muss nun wirklich nicht sein. Hier sollte man einfach bei den Sachen bleiben, die sich bewährt haben und keine Experimente machen, auch wenn man nicht zu Hause ist und nicht alle Sachen und keine Kochplatte dabei hat.

 

Die Zutaten für mein Power-Frühstück könnte man sich zum Beispiel von Hause in einem Glas mitbringen und die Milch mit einem Kaffeeaufschäumer wie diesem auch auf dem Hotelzimmer erwärmen. Alle Zutaten und die warme Milch dann 5 Minuten ziehen lassen und fertig ist dein perfektes Läufer Power-Frühstück. Ohne böse Überraschungen und Magenprobleme später...

 

Das Einlaufen

 

Da ich mein Einlaufen damals in Leverkusen bei meiner Bestzeit auch alleine gemacht habe, wollte ich es dieses Mal auch wieder selber machen/ausprobieren. Ich gab Natalie also einen Vorsprung und lief dann ab und zu mal einige extra Runden um dennoch "bei ihr" zu sein. Wir gaben dann gemeinsam unser Sachen an den vorhandenen LKW´s ab.

 

Der 10km DM Lauf

 

Nach dem Einlaufen meinte Natalie wir sollten uns schon 15 Minuten vor dem Start in den Startbereich begeben. Dieses kam mir zwar sehr lange vor, war aber im Nachhinein eine gute Idee. Ich stand somit in der ersten Reihe sehr mittig. Die noch schnelleren Leute, die länger Einlaufen waren, mussten sich dann rechts und links einschummeln, denn von vorne durfte sich keiner mehr einreihen. Sowas ist bei normalen 10 km Läufen eigentlich üblich, aber hier handelte es sich dieses mal eben um eine DM, hier ticken Starts eben anders.

Kurz vor dem Start kamen die kenianischen Eliteläufer in den vorderen Bereich. Neben mir stand Jens Nerkamp, der dieses Jahr auch bei den Halbmarathon Europameisterschaften teilgenommen hat. Er sagte mir, dass er dort 10  Minuten früher am Start war und damit ganz hinten stand. Kurz vor dem Start durften wir dann auf die Elite aufrücken. Hier war die letzte Chance der außenstehenden Läufer weiter nach vorne zu kommen. Der Druck der Läufer für diese 5 Meter war echt enorm und schon ein wenig beängstigend, was bei einer Panik oder Sturz hier passieren kann, will man nicht wissen.

 

Ich hatte schon ein wenig Respekt in der 5. Reihe zu stehen, wenn man doch eigentlich immer von vorne startet. Pünktlich um 10:00 Uhr erfolgte dann der Startschuß. So muss ein Loslaufen natürlich auch gelernt sein, was mir zum Glück gut gelang. Ich versuchte mich dann auch gleich links einzuordnen, damit ich die erste Linkskurve optimal laufen konnte.

Bergab am Hauptbahnhof entlang versuchte ich mich auch wieder rechts zu halten, was die Läufer vor mir leider nicht so machten, aber das machte mir nichts aus. Der erste Kilometer stand dann mit einer 3:02 auf der Uhr. Ich hatte kurz mal das Gefühl, dass es zu schnell sein könnte, aber ich fühlte mich gut und meine Beine waren recht locker. Der 2. km war dann auch eine 3:01. Hier entwickelten sich die ersten Gruppen in der man sich einfach nur reinhängen musste. An die Nummer 646 kann ich mich jetzt noch erinnern.

Der 3. Kilometer war 3:09, aber da ich nur mit der Gruppe weitergelaufen bin, wusste ich, dass es kein Einbruch war. Beim 4. Kilometer stand dann eine 2:59, die ich jedoch nicht gesehen hatte. Erst bei dem 5. Kilometer 3:14 musste ich dann langsam von der Gruppe abreißen lassen. Erst bei dem 6. Kilometer fiel auch jemand aus dieser Gruppe aus, an dem ich dann immer weiter heranlaufen konnte.

Das Gefühl war schon echt anstrengend, aber ein Gefühl, was man aushalten konnte. Ich wollte in dem Lauf an die beiden Läufer Christian König und Paul Schmidt denken, die schon länger nicht Laufen konnten und mit den ich noch 2014 hier als 3. Deutscher auf das Treppchen gelaufen bin. Deshalb bin ich manchmal auch froh nicht zu viel zu machen und das gewisse Glück habe, da ich das Laufen einfach so liebe.

Kurz nach dem 7. Kilometer (3:10) kam dann Marc Schulze (30:51 bei der Citynacht Berlin) von hinten "angelaufen". Hier musste ich dann nochmal richtig kämpfen. Denn auch der 8 Kilometer war mit 3:13 wieder langsamer als der Vorherige.

Auf der Kennedybrücke wurde den drei vor mir laufenden Läufern zugerufen "super .... du bist 20!" Das motivierte mich dann nochmal an die drei vor mir Laufenden heranzulaufen. Der 9. Kilometer war dann wieder eine 3:11. Am letzten Anstieg hoch Richtung Hauptbahnhof fiel einer aus der Gruppe vor mir heraus und ich konnte diesen durch Aktivierung meine letzten Reserven überholen.

 

Ich wusste, dass ich jetzt wohl 19. sein müsste und wollte diesen Platz (unter Top 20) dann auch nicht mehr hergeben. Die letzten hundert Meter auf dem Ballindamm war dann eine wahnsinnige Atmosphäre, eine tolle Stimmung und an Lautstärke nicht mehr zu überbieten, die einige Schmerzen vergessen lies. Ich motivierte mich zudem mit dem Gedanken mich direkt hinter der Ziellinie auf dem Boden legen zu können, um nur meine Atmung zu beobachten, die dann immer langsamer werden würde.

Die Beiden vor mir konnte ich dann nicht mehr einfangen, aber nach hinten hatte ich auch genügend Abstand herausgelaufen. Für ein Umdrehen hatte ich dann aber nicht mehr die Kraft gehabt und so konnte ich wirklich als 19. bei einer Deutschen Meisterschaft ins Ziel laufen. Die Zeit ist übrigens meine 3. schnellste je gelaufenden Zeit (31:03 und damit 30 Sekunden besser als 2015 hier). Das hat mich schon sehr gefreut dieses Ergebnis bei einer DM abrufen zu können. Leicht war es nicht, aber das war es an dem Tage wohl für keinen oder?

 

Fazit

 

Oder was ich wieder aus den letzten Wochen mitnehme:

 

 

- um eine richtig gute Zeit laufen zu können musste ich die Woche vorher auf wenige Kilometer herunterfahren und es dürfen dann auch 2 Pausentage dabei sein

 

- auch wenn es im Training mal hier und da zwickt muss man auf diese Dinge eingehen und sein Training anpassen

 

- die abendliche Schüssel Milchreis hat mich nach Leverkusen 30:35 zu meiner 2. super Zeit (31:03) dieses Jahr geführt. Deshalb werde ich diese kleine Tradition vor Wettkämpfen in Zukunft so beibehalten

 

- es kommt nicht immer darauf an was/wie viel du trainierst, sondern auch was nicht und wann nicht

 

- meine (kohlenhydratreduzierte + gesunde Fette) Ernährung im Training erlaubt mir definitiv manchmal weniger trainieren zu müssen. Dabei ist zu bedenken, dass die Trainingszeiten einen nicht gerade motivieren, aber ich weiß natürlich woran es liegt. Wenn man das nicht will, klappt es bestimmt auch mit viel Training, aber ob das langfristig die bessere Methode ist, muss jeder für sich herausfinden

 

- Magnesium ist in hohen Dosen besser als ich dachte und lässt dich nicht nur 3 cm höher springen siehe hier.

 

 

Dankeschön

 

Ein riesiges Dankeschön auch an meine Sponsoren:

 

Das Cha Chá , nach deren Gemüse Curry Reis ich immer sehr gute Leistungen abrufen konnte. Langsam spricht sich dieses auch bei Spitzenläufern durch, wie an dem Bild im Artikel von Ramona zu sehen ist.

 

Außerdem an den Cereal-Club, die mich mit ihren Müslizutaten kostenlos mein Power-Frühstück zusammenstellen lassen. Hier sind noch einige spannende Müsli Produkideen in der Schublade. Passend dazu, wird der Cereal-Club sich ab dem 1.11.2016 zudem vergrößern und in Hamburgs Norden nach Langenhorn ziehen.

 

Söth´s Bioland und die Biokiste, die uns mit vielen leckeren regionalen Biosachen "versorgen" und deren eigenen Linda Kartoffeln echt super schmecken (wenn es dann mal wieder Kohlenhydrate sein sollen)

 

An Pharma Nord mit deren Magnesium ich auch zu Trainingshochzeiten kein Muskelprobleme habe. Probiert das BIO Magnesium doch mal aus. Dreimal täglich 1 Tabelette darf es gerne sein. Hierbei aber langsam die Tagesdosis steigern. In Wasser lösen sich die Tableten auch sehr schnell auf. Auch das L-Carintin hat mir im Training sehr geholfen.  Wer mehr darüber wissen will, sollte hier klicken.

 

An o-t-n mit deren Spezialeinlagen ich keine Plantarsehenprobleme mehr bekommen habe.

 

Ausblick

 

Meinen Trainingsplan der letzten 8 Wochen werde ich euch in den nächsten Tagen bereitstellen. Bei dem guten Wetter im Urlaub habe ich darauf noch nicht so die Lust. Das Wetter wird schon bald wieder schlechter werden...

 

Der nächste Lauf wird dann das Firmenlauffinale vom B2Run in Berlin am 22.9 sein, wenn ich vom meinem Arbeitgeber der Debeka den nächsten Tag Urlaub nehmen darf. Dann folgt noch die Landesmeisterschaft im Halbmarathon in Neumünster und der Elmshorner Stadtlauf über 10 km.

 

Der Artikel wurde mal wieder entwas länger, aber da ich mit Überschriften gearbeitet habe, kann man den Text auch in Teilen lesen.

 

 

Euer Pascal

 

 

 

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Danke an www.laufen-in-Hamburg.de für das Bild.