LM Cross: Mein erstes Mal in Cross-Spikes

Die LM Cross in Enge Sande war meine letzte Landesmeisterschaft in 2016. Ich bin bis dato Landesmeister über 10 km, Halbmarathon und 5.000m. Das ich den Cross Titel wohl nicht verteidigen könnte, war mir schon klar, als Steffen in der Starterliste auftauchte. 

Ich wollte ihm jedoch Sekunden abnehmen um die Zeitdifferenz möglichst klein halten. Aber jetzt einmal von Anfang an.

 

Wenn ich mir wichtige Wettkämpfe im Kalender ankreuze, wo ich ausgeruht und top drauf sein will, dann halbiere ich in der Woche immer meine Wochenkilometer. Zudem setzte ich mir an Tag davor immer einen Pausetag (meist komme ich an dem Tag dennoch auf über 15.000 Schritte). Desweiteren achte ich ab Freitag Abend auf kohlenhydratreiche Gerichte mit Reis oder es gibt auch zusätzliche Leckereien wie Milchreis. Samstag Abend hab es z.B. das erste Mal selbstgemachtes Pilz-Risotto mit Lachs gekocht.

 

Mein Frühstück am Morgen

 

Das Frühstück am nächsten Morgen war ein wenig ungünstig. Da mein Lauf erst um 14:15 war, und ich immer 3 Stunden vorher mein Power-Frühstück  esse, stellte sich die Frage, was ich bis 11:15 machen sollte. Zum Glück schliefen wir schon mal bis 9:15. Bis man dann auf, geduscht und so weit fertig ist, war es auch schon 10 Uhr. Deshalb entschloss ich mich dazu um 11 Uhr etwas mehr Hirseporridge zu essen und vorher nur was zu trinken um dann mit Natalie und Samy eine kleine Runden spazieren zu gehen. 

Ich hatte längere Zeit schon keinen "ernsthaften" Wettkampf und deshalb schmeckte mir mein Power-Frühstück nach Originalrezept mit Hirsemilch, gefriergetrockneten Bananenscheiben, Bio Korinthen, Matcha und Kokosblütenzucker richtig gut. 

 

Ankunft in Leck

 

Dann ging es schon los nach Leck. Dort angekommen wurde es etwas hektisch, da wir zuerst unsere Startnummern suchen mussten, die die Läufer aus unserem Verein schon abgeholt hatten.

Was ist im 21. Jahrhundert eigentlich so schwer daran die Startgebühren durch den Landesverband einziehen zu lassen /oder durch die Vereine im Vorwege zu überweisen? Immer muss einer mit einer Tüte an Bargeld herumlaufen. Das muss doch irgendwann endlich mal einfacher gehen...

 

Cross Lauf der Frauen 

 

Dann stand ich auch schon mit 2 Tüten auf der großen Wiese, wo der Startschuss erfolgte und half Natalie dabei auf ihre Spikes umzusatteln. Warum die echt wichtig sind, komme ich später nochmal drauf zurück. Da Ute noch einen Aufpasser für ihren Hund Anoki suchte, bot ich mich ohne zu zögern  an, denn Hunde sind mir ja durch Natalies Hund Samy vertraut, nur liegen zwischen beiden ungefähr 11 Jahre und die machen einiges aus. Ich wurde also nach dem Start leicht von Anoki in den Wald gezogen, wo er die Fährte von Ute aufzunehmen versuchte.

Zumindest ging so die Zeit schneller um und dann kam auch Natalie  schon zurück von der kurzen Strecke. Ich lief ihr mit Anoki Richtung Ziel  hinterher. Also Hunde können einen echt gut ziehen, wenn die denn wollen... Natalie wurde Vizelandesmeisterin hinter Lisa, die eine so darf man sagen, Kurzstrecken und Crossexpertin war. 

 

 

Meine Laufwidmung

 

Einige zeit später gesellte sich Stig mit in die Runde (ihm wollte ich heute meinen Lauf widmen). Er ist 2014 Doppellandesmeister Cross geworden und es hatte immer sehr viel Spaß gemacht gegen ihn zu laufen. Leider ist er zur Zeit noch verletzt und ich hoffe er kann spätestens Ende 2017 wieder an seine alte Form anknüpfen. Alles Gute für dich Stig...

Ein anderer Läufer hat glücklicherweise nach 3 1/2 Jahren beim Flensburger Adventlauf erstmals wieder Wettkampfluft geschnuppert. Mit Torben Detlefsen hatte ich in den Jahren 2008-2011 packende Duelle geliefert. Wäre cool, wenn Torben bei der LM am 1. Mai Kaltenkirchen dabei wäre. 

 

Warm machen vor dem Start

 

35 Minuten vor dem Start lief ich dann für meine 3 km Runde los. Das Einlaufen war unter 4 Minuten im Schnitt, was ich schon gut fand, denn geplant war es nicht. 

Auf dem Feld an Start traf ich dann auch meinen Vater, was ich immer sehr schön finde. Hier zog ich mir noch meine neuen Spikes an und machte die ersten Sprintversuche. Ich hatte schon über 4 Jahre keine Spikes mehr angehabt und das letztes Mal war, glaube ich, auf der Bahn bei der LM in Büdelsdorf irgendwann.  

 

Der Lauf

 

Pünktlich um 14:15h ging es dann endlich los. Ich wollte schnell wegkommen um am Anfang des Waldes keinen Läufer vor mir zu haben, denn hier wurde es nach ca. 400m echt eng und matschig. 

Dass man mit Spikes bei einem Crosslauf richtig ist hatte ich schon letztes Jahr bemerkt und Natalie gesagt für nächstes Jahr besorgen wir uns Spikes, denn ich wollte keine Nachteile mehr haben, nur weil ich nicht das richtige Schuhwerk/Ausrüstung dabei hatte. 

Im Laufe des Rennens bestätigte sich dieses noch mehr. Die engen Kurven konnte man mit Spikes im vollen Tempo durchlaufen, ohne müsste man da mit kleinen Schritten um die Kurve tippeln um nicht auszurutschen. Also merke: Wer einen Crosslauf mitlaufen möchte benötigt Spikes oder lässt es gleich sein. Es würde ja auch keiner auf die Idee kommen mit Sommerreifen in den Winterurlaub zu fahren, obwohl das auch funktionieren kann, wird aber ein gefährliches unterfangen.

 

Nach cirka einem Kilometer hatte Steffen schon einen kleinen Abstand heraus gelaufen. Nur Simon konnte ihm noch folgen. Ich hatte in den Kurven immer noch nicht das 100 %-ige Vertrauen in die Spikes (obwohl man das ruhig haben kann) und verlor deshalb  hier immer einige Meter. Aber auch das Tempo der beiden Führenden war nicht meins. Ich merkte jedoch immer nach dem steilen Anstieg beim Berg, als es wieder flacher wurde, dass meiner Körper dann die Belastung verarbeitete hatte und wieder froh war schnell und flach zu laufen. 

Der Abstand vergrößerte sich bis zur 3. Runde. Ab dort hatte wohl auch Simon (PB 10km 32:20) für sein schnelles Anfangstempo zahlen müssen. Nach dem letzten Anstieg am Berg, wo man kurz vorher schon auf die letzten Läufer aufgeschlossen hatte, wurde es nochmal richtig hart. Ab dann ging es aber nur noch flach in Richtung Ziel. Hier konnte ich nochmal meine letzten Reserven mobilisieren und mit nur 14 Sekunden hinter Simon als 3. ins Ziel laufen. Steffen (41 Sekunden vor mir) hatte sich wie erwartet den Landesmeistertitel gesichert. 

  

 

Fazit

 

Ich bin sehr froh in meinem Läuferleben überhaupt mal Landesmeister Cross geworden zu sein. Das hätte ich mir früher nie erträumen lassen. Deshalb ist der 3. Platz hinter den beiden Crossexperten sehr zufriedenstellend und motivierend zugleich. 

 

 

Ausblick

 

Jetzt heißt es erstmal von der ungewohnten Belastung für die Fussgelenke erholen und dann weitertrainieren. Ich werde den Silvesterlauf in Oversee und die Drelsdorfserie bis auf den 15 km Lauf aus dem Training heraus laufen. Hier steht die "Betreuung" von Natalie an erster Stelle und ich baue mein Training da herum.

Zudem habe ich im Januar vor etwas anders zu trainieren und auch für die Regeneration werde ich etwas weiteres auszuprobieren. Mal gucken, ob mich das weiter bringt auf dem Weg zu einer flachen 30 über 10 km im März. Zudem hoffe ich darauf nach dem 9 Monat in Folge keine Überstunden im Januar mehr machen zu müssen, sonst könnte das echt eng werden mit Arbeit, Training und der Regeneration....

 

Euer Pascal

 

 

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Danke an Tim Sommer für das Foto. / (hier sieht man meine Arme, die in der Kurve den Spikes noch nicht ganz vertrauten)