Zufriedener 2. beim LZDM von Husum nach Damp mit dem Team von o.t.n.

LZDM!

 

Einmal im Jahr, nämlich im Mai, machen sich über 800 Teams auf, um von Husum nach Damp einmal quer durch Schleswig-Holstein zu laufen. Ich war mit dem Team von o.t.n natürlich auch wieder mittendrin statt nur dabei. 

 

TEAM

Das Team o.t.n (orthopädie.technik.nord)  (Sieger 2012, 2014, 2015, 2016 und 2017) gesponsert durch den Geschäftsführer Stefan Fehland und begleitet von mir selber ist immer ein Anwärter auf das Podium. 

Auch dieses Mal hatte ich mich um die Läufer gekümmert, die für uns starten. Einige Läufer sind schon seit Jahren dabei und dieses Jahr durften wir mit Gero Pietsch und Yannick Stubbe zwei neue Läufer im o.t.n Team begrüßen. 

 

Mein Morgen

Mein Tag begann um 6:20 h damit ich mir 3 Stunden vorher meinem Lauf mein Power-Frühstück zubereiten konnte. Um 7:20h holte uns schon Stefan ab, um die Autos zu den Wechselpunkten zu bringen. Mein Auto stellte ich dann in Hollingstedt ab und fuhr weiter nach Wittbek, wo ich die 10,2 km laufen durfte. Ich war schon um 8 Uhr dort, was aber auch ok war, denn die Menschenmassen, die mit den Bussen aus Damp ankommen sollten, waren noch nicht da. Somit waren die Dixi´s noch sauber und unbenutzt. Auch konnte man sich im Schatten noch gut ausruhen. Gegen 9:10h lief ich mich dann 3 km ein. 

 

Der Lauf

Als erster Läufer von uns machte sich Yannick Stubbe auf die Strecke von Husum zu mir. Er kam nach ca. 38 Minuten, was bei Gegenwind auf der Strecke ok ist. Jedoch hatten die anderen Teams ebenfalls sehr starke Läufer auf den ersten Abschnitt. Somit übernahm ich "nur" als 5. den Stab und durfte (etwas anders als im letzten Jahr) von hinten das Feld aufrollen.  

Den 1. Kilometer spurtete ich dann im 3:08 ab. Man muss dazu sagen, dass die ganze Strecke Gegenwind war und es ab und zu leicht hoch und runter ging. Ich hatte den Hannoveraner und den Läufer der Kieler Windrunner im Blick, es dauerte aber dennoch (2.=3:13, 3=3:08 4=3:13 ) bis zum 5. (3:08) Kilometer ehe ich an ersteren vorbeiziehen konnte. Kurz nach dem 6. km (3:18) hatte ich auch den Kieler Windrunner eingeholt und konnte die beiden Führenden sehen.  Der 7. Kilometer war deshalb wieder mit 3:06 recht schnell. Die letzten 3 waren dann noch im Schnitt 3:13. Der Läufer vom Team Afrika kam dann 5 Sekunden und der Läufer der Runaways 15 Sekunden vor mir im Ziel. Somit hatte ich fast den gesamten Rückstand aufholen können. Ich fühlte mich gut. Es war anstrengend, aber nicht überlastend, da ich ja später noch die letzte Strecke laufen durfte.

 

Der weitere Ablauf

Wer jetzt denkt man kann sich ruhig auslaufen und erholen war noch nie beim LZDM als Teamleader eingeplant. Für mich hieß es jetzt ab zur nächsten Station und unserem nächsten Läufer seinen Sachen geben und die des Läufers entgegennehmen. Das ging bis Jagel, wo wir dann schon einen riesigen Rückstand auf die ersten 3 Teams hatten. Hier traf ich dann auch Natalie, die mit Gero und Julia aus Flensburg gekommen war. 

Alle ins Auto geladen und weiter nach Fahrdorf und Fleckeby. Hier sah man dann keine wirkliche Veränderung bei den Zeiten nach vorne, einzig auf den 3. Platz konnten wir den Abstand verringern. Auf der Strecke nach Gammelby gelang es dann Lennart den 3. Platz zurückzuerobern und den Abstand auf die Hannoveraner zu vergrößern.

 

Szene des Tages

Wieder im Auto sahen wir dann auch die Szene den Tages, die die Endergebnisse noch stark beeinflussen sollten. Im Graben an der Seite lag ein völlig erschöpfter Läufer (dessen Namen ich aus Rücksicht hier nicht schreiben werde) der Windrunner, der augenscheinlich auf der Strecke zusammengebrochen war. Bei ihm war Vilmos und einige weitere Läufer des Kieler Winrunner Teams. 

Dies war echt schade für die Kieler, die ja mit Abstand bis dahin geführt hatten. Aber so war das Team natürlich raus. 

Am Wechselpunkt bekam ich dann die Info, dass unsere Läufer als 3. übergeben hatte. Wie kann das sein? Wir mussten doch eigentlich 2. sein. Es konnte nur sein, dass ein Läufer der Kieler aus dem Auto heraus den Staffelstab (illegal) übernommen hatte und diesen ins Ziel nach Gammelby gebracht hatte. So war es dann auch... Diese Info gab ich dann innerhalb unsere Gruppe weiter. Bis dahin wusste im Ziel der Veranstalter nichts von dem Vorfall.  Auch im Waabs lief noch ein motivierte Läufer der Kieler ein und übergab an den Schlussläufer selbiger. Zudem wurde dieser bis nach Waabs von seiner Freundin auf dem Rad begleitet. 

 

Es war dann letztendlich einem Leif Schröder-Grönefeld im Ziel zu verdanken, dass sich die Kieler Windunner, als schon alle Läufer der drei führenden Teams von dem Vorfall wussten, ihren Lauf kurz vor dem Ende für ungültig erklärten und sich somit selbst disqualifizierten.

 

Ich hätte mir als fairer Sportler jedoch gewünscht, dass sie das sofort selber angezeigt hätten, denn der Trainer der Kieler hat definitiv einen kurzen Draht zu Rainer Ziplinsky (dem Veranstalter).

Und ob man nach dem "Ausfall" überhaupt bis ins Ziel nach Damp laufen muss, sei mal dahingestellt. Es hat doch einige Zuschauer verwirrt, denn selbst der Bürgermeister von Damp der in Gammelby wartete bekam von der Sache nichts mit.

 

Unsportlichkeit schadet den Ehrlichen

Es geht mir hier nicht um uns selber, denn wir hätten den Abstand zum 1. Team nicht mehr aufholen können. So ehrlich muss man sein.

Jedoch ist damit einem sympatischen Team, organisiert von Mansor Farah, um den ersten Einlauf in Damp gebracht worden. Die Zuschauen hätten einen Einlaufenden Mansor erblicken sollen und nicht einen Windrunner, der dann kurz vor dem Ziel stehen bleibt. 

 

Mein 2. Abschnitt

Somit war ich mit meinem 2. Lauf im Schnitt von 3:14, bei dem ich den Abstand am Ende noch auf 1 Minute und 23 Sekunden zum Siegerteam verkürzen konnte, sehr zufrieden.

Ich habe mich riesig für Mansor und seine ganze Arbeit mit dem Lauf gefreut, weil ich als Teamleader genau weiß, wie stressig es ist und dass man sich erst sicher ist, wenn man selber den Staffelstab als erster in Damp abgibt ;)

 

Fainess-Preis was?

Wenn man später dann bei der Siegerehrung durch den Moderator hört, die Kieler werden noch einen Fainess-Preis bekommen, dann kann ich nur fragen: Wofür? Jeder kann sich jetzt selber seine Meinung bilden, ob solch ein Preis gerechtfertigt ist oder nicht.

 

Uns ist so was Ähnliches 2013 passiert, als ein Läufer  bei uns zwei Kilometer vor dem Wechselpunkt einen Krampf bekam und nur noch humpeln konnte. Hierbei haben wir bestimmt über 7 Minuten verloren. Wir haben aber weiter gemacht und einen befriedigenden 3. Platz erlaufen können.

 

Natürlich ist ein kompletter Ausfall noch schmerzvoller, aber dafür sind wir nur Menschen und ein Team. Natürlich fragt sich dann ein Sponsor, warum die nicht ins Ziel gelaufen sind.

Aber das ist eben Leistungssport und das muss ein Sponsor beachten, wenn man mit Menschen zu tun hat.

 

Alles Gute an dieser Stelle nochmal alles Gute für den Läufer und mach dir keine Gedanken, du musst jetzt nicht die Schuld auf dich nehmen, das kann jedem passieren und deine Leistungen dieses Jahr zeigen in die richtig Richtung.

Der Druck auf einen jungen Läufer ist dann vielleicht in der Mittagshitze zu viel gewesen. Dieses muss ein Trainer nächstes Jahr wohl besser bedenken. 

 

Ausblick:

 

Am Freitag laufe ich beim Deinster Spargellauf einmal 5 km und Sonntag dann in Ratekau zum 30. Jubiläumslauf. Von Ratekau werde ich wieder berichten. 

 

Euer Pascal