4. Sieg beim Lauf zwischen den Meeren

Am Samstag war es wieder soweit, das größte Laufevent in Schleswig-Holstein, quer von Husum nach Damp stand auf dem Plan. Hierzu ist eine enorme Planung und Organisation notwendig. Zusammen mit Stefan Fehland, dem Geschäftsführer von o.t.o. Lauflabor, unserem Hauptsponsor der Staffel, musste ich einige Male Dinge klären und darauf hinweisen, dass wir noch einige Läufer benötigen, wenn wir gegen das neue Team von Kronshagen erneut gewinnen wollten. Zum Glück waren einige meiner Bemühungen, sich um gute Läufer zu kümmern, erfolgreich. Außerdem hatten wir in der letzten Woche keine Ausfälle mehr zu verkraften, was bei am Limit trainierender Läufer, keine Seltenheit ist. 

Ich durfte zweimal laufen, aber das traute ich mir auch zu, zudem ich beim LZDM sehr oft schon top fit an den Start gehen konnte. Ich hatte ja damals vor 12 Jahren auch schon den 1. LZDM erfolgreich mitgemacht. Ich kenne die einzelnen Streckenabschnitte ganz genau und weiß, wo man aufgrund der Streckengegebenheiten mit dem falschen Läufer einige Minuten verlieren kann.

 

Wir hatten einige sehr gute Läufer mit dabei: 

 

Volker Goineau

Fabian Kuklinski

Leif Schröde-Groeneveld

Torsten Heitmann

Lennart Jordan

Stefan Steinert

Sebastian Schenk

Viktor Kuk

 

Dennoch hat man jedesmal Zweifel, denn auf den 95,5 km Kilometer kann so einiges passieren. Z.b. könnte jemand nicht am Wechselpunkt erscheinen, einen Krampf bekommen oder sich einfach ungünstig in Führung liegend verlaufen. 

 

Mein erster Abschnitt:

 

Wittbek nach Hollingstedt

 

Ich hatte von Volker den Staffelstab mit nur 6 Sekunden Rückstand bekommen. Diese konnte ich dann auf dem 1. Kilometer recht schnell wieder zulaufen. Ab da hieß es dann den Rückenwind zu nutzen und Zeit gut zumachen. Mir ging es am Morgen richtig gut und die Beine wollten richtig Gas geben. Die Tatsache, dass ich hinter mir 800 Staffeln hatte, motivierte mich sehr. Meine Schnitte waren mit 3:03, 3:11 und 3:04 auch echt super. Die Strecke ist landschaftlich für einen Schleswig-Holsteiner zwar kein Highlight, aber es ging auch nicht wirklich hoch und runter, so dass man einfach einen sehr schnellen Abschnitt belaufen konnte. Das letzte Stück der Strecke ging dann abgesperrt an einer Schnellstraße entlang. Wenn hier mehr los ist, will ich dort aber nicht laufen müssen. Da muss man sich dann auch noch auf den Verkehr konzentrieren. Erschöpft aber auch überglücklich, den letzten Kilometer noch in 3:06 gelaufen zu sein, und auf die Zweitplatzierte Mannschaft 2 Minuten und 30 Sekunden heraus gelaufen zu haben, kam ich dann in Wittbek an. 

 

Hier war es aber nichts mit ausruhen. Ich hatte zum ersten Mal den Kleidertransport genutzt und musst feststellen, dass dieser die Beutel zwar zum nächsten Wechselpunkt tranportiert, aber eben nicht sortiert. Ich war vor meinem ersten Lauf wohl auch so im Tunnel gewesen, dass ich auch nicht mehr wusste welche Farbe mein Beutel hatte. Tipp an alle: Möglichst individuelle Beutel verwenden und gut verschließen, denn da können sonst auch mal Gegenstände bei dem schnellen Transport herausfliegen. Nach zehn Minuten wühlen hatte ich meine Sachen dann zurück und konnte mich mit dem Auto zu den weiteren Stationen aufmachen, wo ich die Läufer einsammelte. In Gammelby wurde ich dann alle los und machte mich direkt auf nach Waabs, wo ich meinen zweiten Streckenabschnitt laufen sollte.

 

Mein zweiter Abschnitt:

 

Waabs nach Damp

 

Zur Aufwärmung hatte ich mich 5 Minuten eingelaufen und einige Steigerungen gemacht. Ich hatte erfahren, dass Victor rund 1 Minute und 30 Sekunden Vorsprung heraus gelaufen hatte. Dennoch wusste ich nicht, was die Staffel aus Hannover für einen Schlussläufer hatte, also gab ich von Startweg Gas. Als ich dann noch kurze Zeit später den Einlauf des Zweiten hörte behielt ich die hohe Geschwindigkeit bei. Ich wollte das Ding unbedingt gewinnen und nicht der sein, den hier einer auf der letzten Etappe überholt. Das muss ein ganz ungutes Gefühl sein, hier von einem schnellen Läufer noch abgefangen zu werden. Dafür, dass ich schon 10,4 km 3 Stunden vorher gelaufen bin, waren meine Schnitte mit 3:00, 3:11, 3:12 und 3:07 gar nicht übel. Man muss jedoch dazu sagen, dass der gesamte Streckenabschnitt doch leicht bergab führt und es nur einen kleinen Anstieg gibt. Die letzten beiden Kilometer auf dem Strandabschnitt nach Damp waren mit jeweils 3:17 immer noch sehr gut. 

 

Zwei Tage später:

 

Trotz meiner Abkühlung im Meer direkt an meinen letzten Lauf, haben sich meine Waden für die beiden harten Einheiten bedankt. Montag konnte ich aufgrund meiner Waden nur 5,5 km laufen, mehr wollte ich diesen nicht zumuten. Ich denke aber, dass ich damit zwei super Reize gesetzt habe. Wenn meine Erholung bis Samstag so schnell wie immer ist, dann kann das ein gutes 5.000m Rennen werden.

Letztes Jahr hatte ich zwei Tage davor den Bremer Nachtlauf mit Streckenrekord gewonnen, also auch das ist manchmal möglich. Zudem ist an Donnerstag ja ein Feiertag und diesen Tag werde ich für die Regeneration nutzen.

 

Tipp:

Um eure aktuelle 10 km Zeit zu ermitteln, können die, die Samstag in Itzehoe die 5.000m laufen später mal ihre Zeit verdoppeln und eine Minute dazurechnen. Das kommt ganz gut hin und funktioniert natürlich auch andersherum.

Außer man trainiert nur für kurz. Denn im Fall von Konstanzes U23 Rekord wären das z.B. 14:51 x 2 = 29:42 + 1 Minuten = 30:42  und das wäre echt crazy, aber eine 31 Flach ist damit bestimmt möglich!!!

 

Danke:

 

Danke an Stefan vom o.t.n. Lauflabor, der die finanzielle Unterstützung für solch eine Mannschaftsaufstellung wieder übernommen hat. 

 

 

Fazit:

Ich denke es wird jedes Jahr schwerer den Titel erneut verteidigen zu können. In der Theorie braucht man nur anhand des Gesamtschnittes von diesmal 3:16 über die 95,5 km zehn gute Läufer, die alle unter diesem Schnitt laufen und schon müsste man den Titel sicher haben. Aber diese 10 Läufer alle gesund am Tag X auch an der Startline stehen zu haben und ihren Streckenabschnitt zu absolvieren, ist eben in der Praxis eine andere Sache. Das ist selbst uns in den letzten vier Jahren nie gelungen. Ich bin der Meinung, dass eine Zeit von etwas unter 5:10 (nur bei Westwind) noch möglich ist.

Die 5 Stunden zu knacken, wären nur möglich, wenn sich die jeweils besten Drei aus den Siegerteams zusammentun würden. Diese Staffel könnte man dann "Sub5" nennen ;)

 

Natalie hat übrigens mit ihrem spontanen Start für das Team Toyota auch einen neunen Streckenrekord unter 6 Stunden aufgestellt...

 

Ausblick:

Am nächsten Samstag steht dann die 5.000m LM in Itzehoe an. Hier werden mich erneut 8 Kieler jagen, um mir meinen im letzten Jahr überraschend gewonnen Titel zu entreißen. Ich werde einfach mal mit schwimmen und abwarten, zu verlieren habe ich nichts, denn der Sieg beim LZDM war mir als Co-Planer unseres Team schon einiges wert...

 

Euer

 

Pascal