Warum eigentlich Yoga als Läufer... ?

Diese Frage stellen sich wohl einige Frauen und eine Vielzahl der Männer. Denn Yoga ist aus Sicht der Männer ein klarer Frauensport. Diese Theorie bestätigt sich immer wieder wenn man sich beim Yogakurs nach rechts und links umschaut.

Natalie macht Yoga seit 2011 und hat festgestellt, dass es einen leichten Aufwärtstrend gibt. Eigentlich merkwürdig, wenn man bedenkt, dass Yoga seine Wurzeln in Indien hat und dort überwiegend von Männern praktiziert wird. 

Dabei ist die Philosophie von Yoga eine Wohltat und gerade auch für Läufer als ideale Ergänzung zum Lauftraining. Yoga bedeutet „Vereinigung- Vereinigung von Körper und Seele mit dem großen Ganzen“. Dass Yoga in der Gesundheitsförderung einen hohen Stellenwert erlangt hat, muss wohl kaum mehr erwähnt werden.  Es gibt viele Arten von Yoga, wobei ich mich hier auf die Power Variante, das Power Yoga (oder auch Ashtanga), beziehe. Natalie persönlich bevorzugt diese Variante, da sie ungern im Fitnessstudio an Geräten Krafttraining macht und man durch die teilweise hohe Intensität der Übungen und dem konstanten Flow, also Übergang der verschiedenen Übungen (Asanas), eine gute Kräftigung der Muskulatur erzielen kann. Wer auf Maximalkrafttraining aus ist, sollte sich natürlich doch lieber ins Fitnessstudio begeben.  

Dennoch- nach der Power Variante kann man durchaus noch ein paar Tage später Muskelkater verspüren. Dieses kann ich aus eigener Erfahrung sagen, denn Natalie hat mich im Dezember zu einigen Yogastunden in Hamburg mitgenommen.

 

Die Yogaform ist eben nicht das klassische „ich setze mich mal hin und atme eine Stunde tief ein- und aus“ Yoga, was Natalie und mich zugegebenermaßen auch abschrecken würde.

Power Yoga ist charakterisiert durch dynamisches Dehnen in Kombination mit Kräftigungsübungen und Atmung. Oftmals begibt man sich bei den Übungen in interessante, aber ungewohnte Positionen, man könnte auch sagen man überwindet in gewisserweise seine Komfortzone, indem man die Übungen immer weiter vertieft. Das oberste Gebot ist aber- und das überschätzen viele- Yoga ist kein Wettkampf. Man gewinnt keinen Blumentopf, wenn man sich maximal stretchen kann (vielleicht ein paar beeindruckte Blicke von den Seiten oder wie ich sagen würde „Freaks“ ☺). Es geht vordergründig um die saubere Ausführung der Übung, so dass kein Schaden entsteht.

 

Der Vorteil von Yoga für Läufer ist ganz klar: 

 

- Verbesserung der Beweglichkeit: Hierzu gehört auch die Verbesserung der Dehnfähigkeit. Durch das viele Laufen verkürzt regelrecht die Muskulatur. Hinzu kommt, dass die Beweglichkeit sowieso mit dem Alter abnimmt.

Die Beweglichkeit zu trainieren kann dementsprechend viele Vorteile mit sich ziehen, dazu gehören der positive Einfluss auf die konditionellen Eigenschaften Kraft, Schnelligkeit und Koordination, sowie eine Verbesserung der Entspannungsfähigkeit der Muskulatur und eine Verbesserung der allgemeinen Belastungsfähigkeit. Unterm Strich wird die Laufökonomie verbessert. 

 

- Yoga stärkt die Knochen und regt die Einlagerung von Kalzium in die Knochenmatrix an. Somit dient Yoga auch als Verletzungsprophylaxe.

 

- Yoga verbessert die Flexibilität von Bänder und Sehnen, diese sind jedoch nur eingeschränkt dehnbar und sollten keineswegs überdehnt werden! 

 

- Yoga ist unkompliziert. Yoga ist ähnlich unkompliziert wie das Laufen. Es bedarf außer einer Yogamatte (so gesehen das Pendant zum Laufschuh) keinerlei Equipment. Es ist also auch jederzeit und überall praktizierbar. 

 

- Yoga ist Achtsamkeitstraining. Durch bewusste Lenkung auf das Hier und Jetzt, Verbesserung der Wahrnehmungsfähigkeit, die später auch im Alltag angewendet werden kann. Als Sportler profitiert man sehr stark davon, seinen Körper mit all seinen Funktionen wahrzunehmen und auch Grenzen zu erkennen. Denn nur wer ein gutes Körpergefühl entwickelt geht auch achtsam und vernünftig mit seinem um und beugt dadurch Verletzungen vor.

 

-Yoga wirkt sich positiv auf die Muskelentspannungsfähigkeit (kinästhetische Differenzierungsfähigkeit) aus und senkt den Muskeltonus. Zustände wie Stress, Angst oder Aufregung wirken sich hierbei negativ auf die Entspannungsfähigkeit aus und lässt sich durch Yoga dementsprechend regulieren.

 

- Yoga ist ein Gruppenerlebnis und kann eine angenehme Abwechslung zum hin und wieder einsamen Lauftraining darstellen. Einige Übungen empfinde ich als so angenehm, dass ich diese gerne in mein tägliches Cool-down integriere. Denn ein komplettes 1,5 stündiges Yogaprogramm alleine auf der Matte zuhause zu absolvieren hat in meinen Augen nicht wirklich einen hohen Fun Faktor. 

 

 

In diesem Sinne Namaste!

 

Der Text stammt von Natalie Jachmann.

 

 

Danke an Natalie für die interessanten Einblicke in die Welt des Yoga. Ich werde in Zukunft auch weiterhin versuchen an dem einen oder anderen kostenlosen Kurs in Hamburg teilzunehmen.

 

 

Empfehlenswerte Yoga-Adressen : 

 

in Flensburg:

 

Unisport: Campus Fitness (Yoga Level 0/1/ Power Yoga, Rückenyoga, Yogilates)  

https://www.uni-flensburg.de/sportzentrum/sportkurse/yoga/

 

 

 

in Hamburg:

 

Lululemon athletica Store (kostenlos). Jeden Donnerstag verschiedene Yogaformen mit unterschiedlichen Trainern.  http://www.lululemon.com/stores/de/hamburg/hamburg

 

Flying Yogi Geschäftsführer: Nils Schröder Adresse: Große Bergstraße 152,

22767 Hamburg http://www.flying-yogi.com

 

 

Quellen:

 

Karven, U. (2007). Yoga für dich und überall. München: Gräve und Unzer Verlag.  

Long, R. (2010). Yoga Anatomie 3D. Die wichtigsten Muskeln. Band 1. München: Riva Verlag. 

Meinel, K. & Schnabel, G. (2007). Bewegungslehre Sportmotorik. Abriss einer Theorie der sportlichen Motorik unter pädagogischem Aspekt. Aachen:  Meyer & Meyer Verlag.